Die Geschichte des deutschen Landhandels

Das Genossenschaftswesen

1846/47 gründete Johannes Friedrich Raiffeisen im Westerwald den ersten genossenschaftlichen Landhandel. Im Jahre 1890 gab es in Deutschland bereits 3006 landwirtschaftliche Genossenschaften. Dem privaten Landhandel erwuchs durch die Genossenschaften eine Konkurrenz, es gibt aber keine staatlichen Aufzeichnungen über den Einfluß der Genossenschaften auf die Geschäfte der Privaten.

Der erste Weltkrieg

Bei Beginn des Krieges glaubten die zuständigen Stellen an keine lange Dauer. Als sich zeigte, daß der Krieg nicht so schnell zu Ende sein würde wie zunächst erhofft, kam es zu Schwierigkeiten bei der Versorgung der Bevölkerung mit landwirtschaftlichen Produkten. Die Reichsregierung ergriff verschiedene Maßnahmen. Sie erließ Gesetze, in denen eine zentrale Verwaltung von Nahrungs- und Futtermitteln geregelt wurden. Neue Regierungsstellen wurden eigens dafür gegründet.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Kriegsbewirtschaftung wieder abgebaut. Zunächst betraf dies aber nur Futtermittel, Brotgetreide wurde weiterhin bewirtschaftet. Mit der Währungsreform 1923 und der Aufhebung der handelspolitischen Beschränkungen im Versailler Vertrag fielen alle Handelshemmnisse.

In den 30iger Jahren gingen die Geschäfte des Landhandels in Deutschland schlecht. Deutschlands Rolle als Getreideexporteur war geschwächt und die Getreidepreise waren weltweit starken Schwankungen unterworfen. Die Weltwirtschaftskrise betraf auch den Landhandel. Viele landwirtschaftliche Betriebe wurden zahlungsunfähig. Die Genossenschaften wurden durch staatliche Kredithilfen gestützt, der private Landhandel hatte es noch schwerer.

Nationalsozialismus

Nach Hitlers Machtergreifung wurde die landwirtschaftliche Organisation zur Reichssache erklärt. Es wurde eine Universalorganisation, der Reichsnährstand, geschaffen. In ihm wurden die Landwirte, die landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Landhandel zusammengefaßt.

Der zweite Weltkrieg

Bei Beginn des Krieges wurde die Versorgung er Bevölkerung direkt der Staatsverwaltung unterstellt. Für einen Handel gab es in dieser Zeit keinen Raum, so daß sich die Unternehmen im Krieg auf andere Warengruppen konzentrieren mußten- oder schlossen.

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