Im 19. Jahrhundert veränderte sich das Leben der Menschen durch die vielen technischen Neuerungen. Binnenschiffahrt und die Verbesserung der Straßen machten die Überwindung größerer Strecken möglich. Die Eisenbahn fand als Transportmittel immer größere Bedeutung.
Um 1820 gewann der Handel mit Kartoffeln an Bedeutung, Leinsamen wurde wichtiges Handelsgut. Durch die Einführung des Telegraphen wurde die neue Art des Handels weiter erleichtert
Das Brauereiwesen vergrößerte sich ganz erheblich, damit auch der Markt für die Rohstoffe, besonders für Braugerste. Die Mühlenbetriebe stellten auf Dampfmühlen um, damit konnten sie wesentlich größere Mengen Getreide verarbeiten. Viele jüdische Fruchthändler wurden nun Makler zwischen den Bauern und den Großmüllern.
1847 gab es Deutschland eine große Hungersnot, der Staat versuchte die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung zu sichern. VerschiedeneMaßnahmen wurden erprobt und scheiterten. Als Reaktion darauf wurde 1863 das neue Gewerbegesetz verkündet. Durch dieses Gesetz entstand die völlige Freiheit des Handels von zünftischen und polizeilichen Beschränkungen. Der Handel selber änderte sich.
Ursprünglich gab es nur das Geschäft Geld gegen Ware. Die Landhändler schrieben den Bauern den Gegenwerte der Ware gut und verzinsten ihn. Zum Teil geben sie Kredite auf die Ware. Aus einigen Landhandelsbetrieben wurden so Banken.
Durch die besseren Transportmöglichkeiten verschwanden nach und nach die Fruchtmärkte. In ganz Deutschland wurden dafür als Handelsplätze Börsen eröffnet.
Im Laufe der Zeit nahmen viele Landhändler noch andere Waren in ihr Angebot auf, die die Bauern zur Bestellung ihrer Felder brauchten. Sie lieferten Saatgut, Düngemittel und später auch Pflanzenschutzmittel. Oft wurde die Produktpalette auch um Brennstoffe wie Holz und Kohlen, Treibstoffe und Maschinen ergänzt. Die Landhändler unterhielten zu dieser Zeit teilweise Versuchsfelder, um den Bauern die Nützlichkeit der angebotenen Waren zu beweisen. Als Beispiel für die Entwicklung einer Kaufmannsfamilie, die sich auf den Landhandel spezialisiert hat, sei die Firma Klamroth genannt.
Die Kunden wurden von den Händlern auf neue Bedürfnisse des Marktes hingewiesen.
Immer stand der Landhändler aber auch im Verdacht die Bauern zu übervorteilen. Schwarze Schafe hat es auch in diesem Berufszweig gegeben. Im Idealfall sollte der Landhändler Partner des Bauern sein, ein Wegbereiter des agrarischen Fortschritts.
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