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Johann Gottlieb Klamroth aus Ermsleben im Harz, Sohn eines alten Bauerngeschlechtes,
machte eine kaufmännische Lehre und zog in die Stadt Halberstadt. Im Jahre 1790 gründete er eine Materialwaren- und Viktualienhandlung (Lebensmittelhandel). Wenige Jahre später übernahm er den Lederhandel seines Schwiegervaters, und erweiterte damit das Angebot. 1815 erweiterte er das Geschäft erneut. Nun kamen Produkte wie Getreide, Erbsen, Linsen, Mohn und Hanf hinzu. Abgesehen von dem Ladengeschäft, das bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fortgeführt wurde, stieg die Firma immer mehr in den Zwischen- und Großhandel ein. |
| Die Erben des Firmengründers erwarben einen Gutsbetrieb, auf dem hauptsächlich
Zuckerrüben angebaut wurden. Zuckerrüben werden ein Handelsgut der Firma, und nach einigen Jahren erwerben die Firmeninhaber Beteiligungen an zwei Zuckerrübenfabriken. Bis zum hundertjährigen Jubiläum 1890 erweitert sich das Angebot nochmals. Raps und Leinkuchen, Sämereinen und Zement kommen hinzu. Die Firma setzt sich das Ziel, ihren Kunden besonders hochwertige Sämereien zu liefern. |
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Die dritte Generation steigt in den Düngemittelhandel und später auch in die
Produktion ein. Die Firma gründet ein Superphosphatwerk. Auf eigenen Versuchsfeldern demonstrieren sie die Wirkung der neuen Produkte. In dieser Zeit gab es noch keine staatlichen Informationen über Neuerungen auf dem Agrarsektor. Die Bauern waren damit auf solche Quellen angewiesen. In dieser Zeit hatten die Landhändler maßgeblichen Anteil an der Verbreitung von neuen Produkten. Der Getreidehandel rückt vom Umsatz der Firma her an die zweite Stelle. Bis zum ersten Weltkrieg wurde die Superphosphatproduktion auf über 20.000 t gesteigert. 1940 kann die Firma ihr 150- jähriges Bestehen feiern, wegen des Krieges wird aber von großen Feierlichkeiten abgesehen. Zu dieser Zeit gibt es außer dem Hauptgeschäft fünf Filialen um Halberstadt und eigene Lagerhäuser. Die Firma ist auf ihrem Höhepunkt angekommen. Sie vertreibt Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Brau-, Industrie- und Futtergerste; Brotgetreide für Mehl, Mehl, Hülsenfrüchte und Sämereien, Bindegarne und Ölfrüchte. |
Am 20. Juli 1944 wurden der Juniorchef und Miteigentümer der Firma Johannes Georg Klamroth zusammen mit seinem Schwiegersohn Bernhard Ludwig Klamroth wegen der Beteiligung am Attentat auf Hitler verhaftet. Im August werden die beiden mit anderen Gleichgesinnten hingerichtet. Dr. Kurt Klamroth wird in Sippenhaft genommen. Durch einen Luftangriff auf Halberstadt werden das Geschäftshaus und einige Lagerhäuser zerstört. Alle Geschäftsunterlagen werden vernichtet.
Zunächst steht der Betrieb ohne Führung da. Langjährige Mitarbeiter leiteten ihn zunächst, bis Dr. Kurt Klamroth die Geschäftsführung übernahm.
| Nach dem Krieg übernimmt Klaus Klamroth die Geschäftsleitung. Die Teilung
Deutschlands wirkt sich auch auf diese Firma aus. Die Eigentümer und der
Geschäftsführer leben in der Bundesrepublik. Bis 1972 führt ein langjähriger Mitarbeiter des Betriebes die Firma. Im Wirtschaftssystem der DDR ist jedoch kein Platz für eine private Landhandelsfirma. Das Sortiment wird auf Sämereinen und Mehlvertrieb umgestellt. Der Betrieb wird zur Außenstelle der Magdeburger Mühlenbetriebe. 1972 beschließt der Ministerrat der DDR Betriebe von Westeigentümern unter Treuhandschaft zu stellen. Damit verliert Klaus Klamroth die Geschäftsführung. 1973 stellt die Firma Klamroth ihren Betrieb ein und wird 1975 gelöscht. |
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Weitere Informationen über die Familie Klamroth
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