Geschichte des deutschen Landhandels

Mittelalterliche Städte

Im Mittelalter lagen die Handelsstädte an Wasserstraßen, wie Rhein und Donau. Köln, die größte deutsche Stadt im Mittelalter, hatte 40.000 Einwohner. Versorgt wurden die Städte vom Umland. Die Bürger hatten Ackerland in der näheren Umgebung. Hauptnahrungsmittel war Getreide. Es wurde in Form von Brei, Brot und Bier (damals noch ein Nahrungs- kein Genußmittel) konsumiert.

Karl der Große setzte 794 Höchstpreise für Getreide fest. Es wies die geistlichen und weltlichen Grundherren an, zuerst ihre Hintersassen mit Getreide zu versorgen, bevor sie Getreide auf den Märkten verkaufen durften.

Zwischen ehrbarem Getreidehandel und Wucher wurde unterschieden. Es galt als verwerflich mit dem Verkauf von Getreide Gewinne zu erzielen.

Als die Städte wuchsen, reichten die Erträge des Umlandes nicht mehr aus.

gesch2.gif (5850 Byte) Im Mittelalter bestimmten die Städte die Wirtschaftspolitik.

Ziel war es, den Bürgern in Stadt und Land preiswertes Getreide zu liefern. Die Lage der Erzeuger interessierte nicht.

Nürnberg war im Mittelalter bereits eine Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern. Sie liegt an keiner Wasserstraße und war damit völlig auf die Lieferungen auf dem Landweg angewiesen.

Die Nürnberger Korngesetzgebung

Im Jahre 1352 ließ sich die Stadt Nürnberg von Karl IV zusichern, daß Getreide, Wein, Vieh und andere Nahrungsmittel ungehindert von Zöllen oder Steuern nach Nürnberg eingeführt werden durften. In den Mauern der Stadt regelte die Regierung Handel und Verbrauch genau. 1350 war die Korngesetzgebung abgeschlossen und galt im Reich als beispielhaft. Es ging dem Rat darum, das Getreide auf seinem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher lückenlos zu kontrollieren. Das Getreide durfte nur auf den vier Kornmärkten der Stadt gehandelt werden. Um die Stadt gab es einen Bannmeile, in der kein Korn verkauft werden durfte. Abreden vor Eröffnung des Marktes waren verboten. In der Stadt waren nur zehn städtische Messer, das heißt Makler, berechtigt die Geschäfte zu tätigen. Niemand durfte mehr Getreide kaufen, als er für den häuslichen oder gewerblichen Bedarf benötigte. Alle diese Gebote wurden streng überwacht und waren mit harten Strafen belegt.

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Den Bürgern war die Vorratshaltung verboten, nur den Bedarf für ein Jahr durften sie lagern. Die Stadt dagegen baute Kornhäuser, in denen große Lagerbestände verwaltet wurden, sie sollten über ein Jahr für den Bedarf der Bevölkerung ausreichen. Damit konnte die Stadt eine Mißernte oder auch eine Belagerung ohne Schaden überstehen. Eine Schar von Beamten überwachten die Korngesetzgebung und den Handel in der Stadt.

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